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Befindlichkeiten, Bürodrama & Beziehungskisten – warum Kommunikation nicht weh tut

„Sagen Sie’s mir einfach. Aber bitte ohne Schaum vorm Mund.“


Manchmal – also ganz ehrlich – bin ich einfach nur genervt.

Nicht von meiner Arbeit. Nicht von der Kaffeemaschine. Nein. Von den Befindlichkeiten meiner Mitmenschen. Genauer gesagt: meiner Kollegen.


Der eine ist flexibel wie ein Yogi auf Koffein, der andere bewegt sich emotional auf einer festgefrorenen Eisbahnschiene. Der eine macht einfach – zack erledigt! – während der andere erstmal gestreichelt, besänftigt und mit einem warmen Lavendeltee umsorgt werden muss, bevor überhaupt irgendwas passiert.


Und dann diese ewigen Schimpftiraden: über das Wetter, die Kaffeemilch, die neue Software, den alten Drucker – und ganz besonders gerne über andere Leute, die natürlich immer nichts tun, obwohl man selbst ja am Rande des Burnouts schuftet. Logo.


Dabei denke ich oft: Leute. redet miteinander, freundlich. aber direkt. Es geht wirklich keine wichtige Information verloren, wenn man sie freundlich sagt. (Ich hab’s ausprobiert.)

Neulich zum Beispiel kam ein Lieferant rein wie ein wütender Stier auf Espresso – völlig in Rage, aus Gründen, die ich ehrlich gesagt schon wieder vergessen habe. Nach einer dreiminütigen Schimpftirade hab ich ihn nur angeschaut und gesagt: „Atmen hilft und es wäre keine Information verloren gegangen hätten Sie das jetzt freundlich gesagt.“

Boom. Wind aus den Segeln.

Er war plötzlich ganz ruhig. Wir haben die Sache in zwei Minuten geklärt. Und am Ende hat er sich sogar bedankt.

Es könnt alles so einfach sein – isses aber nicht. (Fantastischen Vier)


Denn: Kommunikation ist wie ein Beziehungstanz. Auch im Job.

Mal führst du. Mal wirst du geführt. Und manchmal stehst du dir einfach selbst auf den Füssen.

Wir sind alle verschieden. Mit unseren Triggern, Eigenheiten, Lieblingskaffees und inneren Antreibern.

Aber am Ende hilft: Reden. Zuhören. Ein bisschen Humor. Und kein Drama draus machen.

Denn seien wir ehrlich:

Nur weil jemand heute schlechte Laune hat, heisst das nicht, dass ich mir gleich den Montag ruinieren muss.

Und nur weil ich lieber Klartext rede, heisst das nicht, dass andere es böse meinen, wenn sie drei Mal um den heissen Brei tanzen.


Aber wenn wir anfangen, einfach ehrlich und freundlich zu kommunizieren – ohne spitze Untertöne, ohne versteckte Botschaften und ohne Stille-Post-Szenarien –dann wird’s ein kleines bisschen leichter mit dem Zusammenarbeiten.


Und was im Büro gilt, gilt natürlich auch für Beziehungen.

Wer immer alles runterschluckt, explodiert irgendwann – meistens nicht elegant und wohlformuliert, sondern in Form von passiv-aggressiven Kommentaren à la „Schon okay. Ist ja egal, was ich will.“


Reden hilft. Freundlich. Direkt. Zeitnah.


Es macht dich nicht kompliziert, wenn du sagst, dass dich etwas stört. Es macht dich ehrlich. Und das ist – in guten Beziehungen – kein Risiko, sondern ein Fundament.

Ich sag’s mal so:


Ich habe niemanden umgebracht, keinen dritten Weltkrieg ausgelöst – also ist es lösbar.


Manchmal wackeln die Knie kurz vorm Gespräch. Aber meistens ist man danach froh, dass man’s gesagt hat.

Weil Authentizität Verbindung schafft.

Und Schweigen genau das Gegenteil.

 
 
 

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