„Lotti, mein inneres Kind, und die Sache mit der emotionalen Autobahn“
- Sara Stamm
- Aug 20, 2025
- 2 min read

Ich hab ja schon öfter von Lotti erzählt.
Lotti ist mein inneres Kind.
Und manchmal – ungelogen – hat sie einen Führerschein, den ich ihr eigentlich entzogen hatte.
Weil wenn ein Trigger kommt, setzt sie sich hinters Steuer, gibt Vollgas und brettert auf der Muster-Autobahn Richtung Drama City.
Das Problem:
Ich merke das oft erst, wenn wir schon halb da sind.
Wie sich das in Beziehungen anfühlt?
Beispiel:
Er schreibt nicht zurück.
Lotti: „Er liebt dich nicht! Wahrscheinlich ist er gerade mit einer anderen auf den Malediven!“
Ich: „Lotti… es ist Mittwoch. Er arbeitet.“
Lotti hört nicht zu. Lotti hat zu tun. Nämlich alte Geschichten aus der Kindheit aufwärmen, in denen wir uns klein, unsicher oder verlassen gefühlt haben.
Früher bin ich dann immer durchgefahren – bis zum letzten Ausfahrtsschild, mitten rein ins emotionale Chaos.
Heute weiss ich:
Ich kann anhalten.
Oder wenigstens früher rausfahren.
Und ja – das ist Übung.
Innere-Kind-Arbeit, Glaubenssatz-Coaching & Muster-Bewusstsein
Das klingt erstmal nach Therapie-Handbuch, ist aber in Wahrheit ein Muskel, den man trainiert.
Erkennen, wenn Lotti übernehmen will.
Atmen.
Sich bewusst machen: Das ist ein alter Film – der hat mit der aktuellen Situation oft wenig zu tun.
Und dann: entscheiden.
Nicht immer reagiere ich perfekt – aber immer öfter.
Wie man mit dem inneren Kind umgeht – ohne gleich einen Crash zu bauen 🚗💨
Alter checken
Wenn der Trigger kommt: Frag dich, Wie alt ist diejenige, die gerade fährt?
7? 14? 21? Du wirst staunen, wie oft es nicht dein heutiges Ich ist.
Raum schaffen
Zwischen Reiz und Reaktion liegt ein Mini-Zwischenstopp. Atmen. Hände vom Handy. Nicht sofort zurückballern.
Vorarbeit leisten
Triff dein inneres Kind nicht erst im Notfall. Lerne es kennen, wenn’s ruhig ist.
Frage: Was brauchst du? Meist ist es Liebe, Sicherheit, Verständnis – und nicht wirklich eine WhatsApp-Nachricht von jemandem, der gerade im Meeting sitzt.
Liebe geben – wie eine gute Mutter
Werde die Mutter für deine innere Lotti, die du dir damals gewünscht hast.
Gib dir heute selbst die Sicherheit, Wärme und Liebe, die du gebraucht hättest.
So wird Lotti ruhiger – und du fährst wieder das Auto.
Der Trick:
Zwischen Reiz und Reaktion einen Raum schaffen.
Und in diesem Raum entscheiden, wer fährt:
Ich – die erwachsene, reflektierte Version.
Oder Lotti – 7 Jahre alt, wild entschlossen und emotional ungebremst.
Manchmal lasse ich Lotti fahren. Aber am liebsten auf dem Verkehrsübungsplatz 😊.
Motto: „Du musst nicht jede emotionale Vollgasfahrt zu Ende fahren.“







Comments